Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin (Turnus)

Ausbildungsdauer

Neue Ausbildungsordnung
(ab Ausbildungsbeginn 1.6.2015)

 

Vorab sind nach beendetem Studium 9 Monate Basisausbildung zu absolvieren, diese soll mind. je ein internistisches und chirurgisches Fach beinhalten. Danach kann entweder die Ausbildung zum Allgemeinmediziner oder die Ausbildung zum Facharzt gestartet werden.

Für die Ausbildung zum Allgemeinmediziner sieht die neue Ausbildungsordnung 27 Monate Ausbildung in den folgenden Fächern vor:

  • Innere Medizin: 9 Monate
  • Kinder- und Jugendheilkunde: 3 Monate
  • Frauenheilkunde- und Geburtshilfe: 3 Monate
  • Orthopädie und Traumatologie: 3 Monate
  • Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin: 3 Monate

 

  • 2 Wahlfächer zu jeweils 3 Monaten Dauer aus den Fachgebieten:
    • Anästhesiologie und Intensivmedizin
    • Augenheilkunde und Optometrie
    • Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
    • Haut- und Geschlechtskrankheiten
    • Neurologie
    • Urologie

Danach sind dzt. 6 Monate in einer Lehrpraxis für Allgemeinmedizin zu absolvieren, diese 6 Monate sollen in Zukunft auf 12 Monate erweitert werden. Dadurch ergibt sich eine gesamte Ausbildungsdauer von 42 bis 48 Monaten.

Alte Ausbildungsordnung
  • Innere Medizin: 12 Monate
  • Chirurgie: 4 Monate
  • Kinder- und Jugendheilkunde: 4 Monate
  • Frauenheilkunde- und Geburtshilfe: 4 Monate
  • Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde: 2 Monate
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten: 2 Monate
  • Neurologie oder Psychiatrie: 2 Monate
  • Ambulanzzeit: 6 Monate

 

Infos zu den Abteilungen

Link zur Ausbildungsordnung: Ärzte-Ausbildungsordnung 2015

 

Verhinderungszeiten – 1/6 Regelung

Urlaubs-, Erkrankungs- und sonstige Verhinderungszeiten (z. B. Mutterschutz) während der Ausbildung sind auf die Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin, Facharzt und Additivfacharzt nur insoweit anzurechnen, als sie ingesamt nicht mehr als höchstens den sechsten Teil der jeweiligen Ausbildungszeiten (im jeweiligen Fach zum Arzt für Allgemeinmedizin, im Hauptfach, in den Pflichtneben- bzw. Wahlfächern in der Facharzt- sowie in der Additivfachausbildung) betragen. Die Fehlzeiten sind im Rasterzeugnis vom Ausbildner anzuführen (inkludieren diese auch Wochenendtage, so werden sie in das 1/6 mit eingerechnet).

Jeder Ausbildungsmonat (egal ob 28, 30 oder 31 Tage) wird mit 30 Kalendertagen (inkl. Wochenenden) berechnet. (Urlaub z. B. vom 1. bis 10.3. bedeutet, dass bereits 10 Fehltage erreicht sind, Urlaub vom 1.3. bis 5.3 und 8.3. bis 10.3. bedeutet 8 konsumierte Fehltage). Zeitausgleich sowie Dienstfreistellungen zählen nicht als Verhinderungszeiten.

Quelle: http://www.aektirol.at/wichtige-informationen

 

Prüfung

Die folgenden Informationen beziehen sich auf die Veranstaltung „Vorbereitung auf die Prüfung Arzt für Allgemeinmedizin“, die von der oberösterreichischen ÄK angeboten wird. Die Vortragsfolien inkl. Mitschrift, außerdem Übungsfragen und ein Skriptum sind hier. Noch detailliertere Informationen sind direkt auf der Homepage der Ärztekammer zu finden,

Die Prüfungstermine sind auch im Kalender eingetragen.

Die Prüfung kann nach 30 Monaten Turnus (Fächer sind dabei egal) abgelegt werden. Ziel der Prüfung ist es, dass die Kompetenz für qualifiziertes und selbstständiges Arbeiten nachgewiesen soll. Außerdem schafft sie einen einheitlichen Qualitätsstandard der medizinischen Ausbildung in Österreich und auch internationale Vergleichbarkeit.

In den Aufgaben werden Symptome, Befundkonstellationen, Krankengeschichten, Notfallbeschreibungen und Beratungsprobleme vorgegeben. Die Themenauswahl erfolgt dabei nach Häufigkeit im unselektierten Versorgungsbereich, Bedeutung im Hinblick auf den abwendbar gefährlichen Verlauf und auf die Langzeitbetreuung von PatientInnen. Die Fragen sind problemorientiert gegliedert, nicht fachspezifisch.

Methode und Ablauf:

  • Die Prüfung erfolgt schriftlich und in deutscher Sprache.
  • Zu den rund 25 Fallbeispielen werden rund 2-6 Fragen gestellt,
  • diese sind innerhalb von 4 Stunden zu beantworten
  • Auswertung: Es wir verglichen, wie viele Antworten den vorgegebenen am Antwortschlüssel entsprechen. Falsche Antworten zählen nicht als Negativpunkte. ABER: Bei Handlungen, die klar zum Schaden des/der Patienten/Patientin führen würden (z.B.: einen Patienten mit offensichtlicher Wirbelsäulenverletzung mobilisieren), wird die ganze Frage als falsch gewertet.
  • Bestanden ist die Prüfung, wenn man mindestens 80% des österreichweiten Mittelwerts erreicht hat.

Themenkatalog:

  • Unspezifische Allgemeinreaktionen
  • Brustraum, Herz- und Kreislaufsystem
  • Bauchraum
  • Muskel-, Skelett- und Gelenksystem
  • Stoffwechsel, Endokrinum, Leber
  • Periphere Gefäße
  • Blut-, Lymphsystem
  • Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten
  • Augenerkrankungen
  • Gehirn und peripheres Nervensystem
  • Psyche und psychosoziale Problematik
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • Urogenitaler Bereich
  • Gynäkologischer Bereich
  • Unfälle, Verletzungen

Praktische Tipps:

  • Stichwortartig antworten und die ausschließlich in dem dafür vorgesehenen Feld schreiben!

ACHTUNG: Bei Fragen, bei denen ausdrücklich nur eine bestimmte Antwort zulässig ist (z.B.: „nur 1 Antwort zulässig“) wird bei darüber hinaus gehenden Antworten die gesamte Frage als falsch bewertet!

  • Antworten werden nicht gewertet, wenn sie unleserlich sind oder (zu weit) außerhalb des vorgegebenen Feldes bzw. auf der Rückseite/Gegenseite des Blattes stehen! Die Prüfungsbögen werden für die Auswertung so auseinandergeschnitten, dass ein Examinator immer nur eine Frage sieht -deshalb gehen Antworten, die z.B. auf der Rückseite stehen, verloren.
  • Nicht verwirren lassen: Es gibt häufig mehr Zeilen als richtige Antworten.
  • Keine hausinternen Abkürzungen verwenden!
  • Versetzen Sie sich beim Beantworten in die Lage einer Allgemeinmedizinerin/eines Allgemeinmediziners in seiner Ordination bzw. beim Hausbesuch. Praxisorientiertes Handeln steht im Vordergrund, nicht spezielles Fachwissen. Sie haben kein Krankenhaus im Hintergrund!
  • Konkrete Antworten geben! Nicht „Risikofaktoren erheben“, sondern „Risikofaktoren: Übergewicht, Rauchen“. Nicht „Ganzkörperstatus“, sondern „Auskultation des Herzens“.
  • Halten Sie auch selbstverständlich erscheinende Handlungen fest, z.B. „Puls messen“.
  • Wenn eine Zuweisung auszustellen ist, muss man genau festlegen, was und wie untersucht werden soll.
  • Laborparameter: Untersuchungen von Harn und Serum, Haemoccult, Harn, Stuhl, pathologische Keime, Sputum
  • Laborparameter: Konkrete Angaben machen, welchen Parameter man bestimmen möchte, z.B. nicht „Leberwerte“, sondern „GOT, GPT, Gamma-GT“.
  • Bei Medikamenten können Handelsnamen, Freinamen oder Substanzklassen genannt werden,
  • Am Schluss noch einmal kontrollieren, ob man nicht einzelne Seite überblättert hat. Dieser Fehler kommt leider immer wieder vor.